BUND Bezirksgruppe Schönberg

Das Naturschutzgebiet Ölberg Ehrenstetten

Wir bewahren Vielfalt

Purpur-Knabenkraut  (Dieter Kügele / BUND)

Seit mehreren Jahrzehnten ist die naturschutzfachlich wie kulturhistorisch wertvolle Weinbergslage „Ehrenstetter Ölberg“ in der Vorbergzone des Schwarzwaldes im Fokus von Naturschützern. Schon Anfang der 1990er Jahre kaufte die BUND Bezirksgruppe Schönberg brach liegende Flächen und nahm den Schutz des Lebensraummosaiks des von einer Rebflurbereinigung verschonten Kalkhügels in die Hand. Auf entschlossenes Betreiben dieser Initiative wurden große Teile des Ölberges 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Unterhaltung der BUND-eigenen Flächen übernahmen ehrenamtlich aktive Naturschützer:innen in regelmäßigen Pflegeeinsätzen.

Die Termine für die geplanten Pflegeeinsätze finden Sie unter "Termine", Kurzberichte von bereits durchgeführten Pflegemaßnahmen auch unter "Meldungen".

Zwei Einsätze pro Jahr sind notwendig, um den hohen Wert des Landschaftsmosaiks zu erhalten, Trockenrasen vor der Verbuschung zu bewahren und Trockenmauern aus Kalkstein instandzuhalten. Flankiert werden die praktischen Arbeiten durch die faunistische und floristische Erforschung der Besonderheiten des Ölberges. In regelmäßigen Exkursionen wird der Ölberg Anwohner:innen und interessierten Naturfreund:innen nahe gebracht, werden die Schutzziele und -bedürfnisse im Bewusstsein der Bürger:innen verankert.

Rotes Waldvögelein  (Ursula Preuss / BUND)

Ziel ist die Erhaltung des ungewöhnlich vielfältigen Biotop-Mosaiks

am Ehrenstetter Ölberg nach der Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet (u.a. durch Kontakte mit den Naturschutzbehörden und der Forstverwaltung), daneben im Besonderen die Pflege der BUND-eigenen Flächen als Trockenrasen mit Gebüschsäumen und schließlich die wissenschaftliche Erforschung des Gebietes sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Propagierung von Naturschutzzielen durch Führungen und Publikationen.

Die BUND Bezirksgruppe Schönberg

betreut das Gebiet und hat den Kauf der BUND-Flächen, die Unterschutzstellung des Ölberges, die Pflegemaßnahmen und die faunistischen und floristischen Untersuchungen angestoßen bzw. durchgeführt. Dabei gibt es eine Arbeitsteilung unter den Mitgliedern je nach individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten; so gehört der Gruppe beispielsweise ein Entomologe sowie ein selbständiger Forstunternehmer an, der über wichtiges Gerät zum Roden und zur Pflege von Flächen verfügt. Auf die Pflegetermine und auf die Bedeutung des Ölberges für Natur- und Artenschutz wird auch in den jährlichen Veranstaltungsprogrammen der BUND Bezirksgruppe Schönberg regelmäßig hingewiesen.

Märzenbecher/Ölberg  (Ursula Preuss / BUND)

Am Ölberg kommen sehr unterschiedliche, teilweise seltene Biotoptypen vor: traditionelle, kleinparzellierte Rebflächen mit Trockenmauern, Steintreppen und Gebüsch, naturnahe, teilweise alte und totholzreiche Wälder, Kalkfelsen mit Höhlen und Schutthalden sowie Gebüsche und Brachflächen. Durch naturschutzgerechte, überwiegend extensive Nutzung sowie auf Flächen ohne Nutzung wird die Biodiversität erhalten bzw. gefördert. Auf den BUND-eigenen Flächen wird die ursprünglich dominierende Ruderalvegetation durch Pflegemaßnahmen in Richtung artenreicher Trockenrasen verschoben. Zur Ansiedelung des Wiedehopfes, der sich vom Kaiserstuhl her ausbreitet, wurden geeignete Nistkästen angebracht.

Artenvielfalt am Ölberg

Panter-Spanner, Pseudopanthera maculata Gefranster Enzian, Gentiana ciliata
Bienenkäfer, Trichodes apiarius Immenblatt, Melittis melissophyllum
Gefleckter Schmalbock, Strangalia maculata Purpur-Knabenkraut, Orchis purpurea
Braunauge, Lasiommata maera Helm-Knabenkraut, Orchis militaris
Schwalbenschwanz, Papilo machaon Händelwurz, Gymnadenia conopsea
Kleiner Fuchs, Aglais urticae Bocksriemenzunge, Himatoglossum hircinum
Schachbrett, Melanargia galathea Rotes Waldvöglein, Cephalanthera rubra
Zauneidechse, Lacerta agilis Breitblättrige Stendelwurz, Epipactis helleborine
Schlingnatter, Coronella austriaca Fliegen-Ragwurz, Ophrys insectifera
Bienen-Ragwurz, Ophrys apifera  
Trockenmauer am Ölberg  (Dieter Kügele / BUND)