Das Naturschutzgebiet Ölberg Ehrenstetten

Wir bewahren Vielfalt

Purpur-Knabenkraut  (Dieter Kügele / BUND)

Seit mehreren Jahrzehnten ist die naturschutzfachlich wie kulturhistorisch wertvolle Weinbergslage „Ehrenstetter Ölberg“ in der Vorbergzone des Schwarzwaldes im Fokus von Naturschützern. Schon Anfang der 1990er Jahre kaufte die BUND Bezirksgruppe Schönberg brach liegende Flächen und nahm den Schutz des Lebensraummosaiks des von einer Rebflurbereinigung verschonten Kalkhügels in die Hand. Auf entschlossenes Betreiben dieser Initiative wurden große Teile des Ölberges 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, siehe den Antrag von 1987. Die Unterhaltung der BUND-eigenen Flächen übernahmen ehrenamtlich aktive Naturschützer:innen in regelmäßigen Pflegeeinsätzen.

Die Termine für die geplanten Pflegeeinsätze finden Sie unter "Termine", Kurzberichte von bereits durchgeführten Pflegemaßnahmen auch unter "Meldungen".

Zwei Einsätze pro Jahr sind notwendig, um den hohen Wert des Landschaftsmosaiks zu erhalten, Trockenrasen vor der Verbuschung zu bewahren und Trockenmauern aus Kalkstein instandzuhalten. Flankiert werden die praktischen Arbeiten durch die faunistische und floristische Erforschung der Besonderheiten des Ölberges. In regelmäßigen Exkursionen wird der Ölberg Anwohner:innen und interessierten Naturfreund:innen nahe gebracht, werden die Schutzziele und -bedürfnisse im Bewusstsein der Bürger:innen verankert.

Rotes Waldvögelein  (Ursula Preuss / BUND)

Ziel ist die Erhaltung des ungewöhnlich vielfältigen Biotop-Mosaiks

am Ehrenstetter Ölberg nach der Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet (u.a. durch Kontakte mit den Naturschutzbehörden und der Forstverwaltung), daneben im Besonderen die Pflege der BUND-eigenen Flächen als Trockenrasen mit Gebüschsäumen und schließlich die wissenschaftliche Erforschung des Gebietes sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Propagierung von Naturschutzzielen durch Führungen und Publikationen.

Die BUND Bezirksgruppe Schönberg

betreut das Gebiet und hat den Kauf der BUND-Flächen, die Unterschutzstellung des Ölberges, die Pflegemaßnahmen und die faunistischen und floristischen Untersuchungen angestoßen bzw. durchgeführt. Dabei gibt es eine Arbeitsteilung unter den Mitgliedern je nach individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten; so gehört der Gruppe beispielsweise ein Entomologe sowie ein selbständiger Forstunternehmer an, der über wichtiges Gerät zum Roden und zur Pflege von Flächen verfügt. Auf die Pflegetermine und auf die Bedeutung des Ölberges für Natur- und Artenschutz wird auch in den jährlichen Veranstaltungsprogrammen der BUND Bezirksgruppe Schönberg regelmäßig hingewiesen.

Märzenbecher/Ölberg  (Ursula Preuss / BUND)

Am Ölberg kommen sehr unterschiedliche, teilweise seltene Biotoptypen vor: traditionelle, kleinparzellierte Rebflächen mit Trockenmauern, Steintreppen und Gebüsch, naturnahe, teilweise alte und totholzreiche Wälder, Kalkfelsen mit Höhlen und Schutthalden sowie Gebüsche und Brachflächen. Durch naturschutzgerechte, überwiegend extensive Nutzung sowie auf Flächen ohne Nutzung wird die Biodiversität erhalten bzw. gefördert. Auf den BUND-eigenen Flächen wird die ursprünglich dominierende Ruderalvegetation durch Pflegemaßnahmen in Richtung artenreicher Trockenrasen verschoben. Zur Ansiedelung des Wiedehopfes, der sich vom Kaiserstuhl her ausbreitet, wurden geeignete Nistkästen angebracht.

Pflanzenarten auf den Pflegeflächen des BUND am Ölberg und in der unmittelbaren Umgebung, die auffallen bzw. gefährdet oder besonders geschützt sind (1)

Der Gefährdungsgrad ist übernommen aus der Roten Liste Baden-Württemberg, Stand 1999

Legende:

  • V   auf der Vorwarnliste
  • 3    gefährdet
  • 2    stark gefährdet

Der Schutzstatus ist der Bundesartenschutzverordnung, Stand 2005, und der EG-Artenschutzverordnung, Anhang B, (1997) in Verbindung mit §7, Absatz 13, des Budesnaturschutzgesetzes (2010) entnommen. Es gibt zwei Schutzkategorien: besonders (bes.) geschützt und streng geschützt.

(1) nach F. Staub: Pflege- und Entwicklungsplan Naturschutzgebiet Ölberg Ehrenstetten, Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Freiburg, 1999
und BUND-eigenen Beobachtungen

Pflanzenarten auf den Pflegeflächen:

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Gefährdungsgrad Schutzstatus
Kalk-Aster Aster amellus V bes.
Berberitze Berberis vulgaris    
Acker-Glockenblume Campanula rapunculoides    
Pfirsichblättrige Glockenblume Campanula persicifolia    
Golddistel Carlina vulgaris    
Skabiosen-Flockenblume Centaurea scabiosa    
Tausendgüldenkraut Centaurium erythrea   bes.
Karthäuser-Nelke Dianthus cartusianorum V bes.
Färberginster Genista tinctoria    
Hufeisenklee Hippocrepis comosa    
Dürrwurz Inula conyza    
Weiden-Alant Inula salicina    
Deutsche Schwertlilie Iris germanica V bes.
Immenblatt Melittis melissophyllum   bes.
Bienen-Ragwurz Ophrys apifera V bes.
Purpur-Knabenkraut Orchis purpurea V bes.
Nelken-Sommerwurz Orobanche caryophyllacea 3  
Schmerwurz Tamus communis    
Schwalbwurz Vincetoxicum hirundinacea    

Bilder zu den Pflanzenarten auf den Pflegeflächen finden Sie hier

Im vergangenen Jahrzehnt sporadisch aufgetretene Arten:

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Gefährdungsgrad Schutzstatus
Rotes Waldvöglein Cephalantera rubra V bes.
Seidelbast Daphne mezereum   bes.
Fransen-Enzian Gentianella ciliata V bes.
Mücken-Händelwurz Gymnadenia conopsea V bes.
Bocks-Riemenzunge Himantoglossum hircinum 3 bes.
Fliegen-Ragwurz Ophrys insectifera 3 bes.
Helm-Knabenkraut Orchis militaris V bes.

Bilder zu den Pflanzenarten, die im vergangenen Jahrzehnt sporadisch aufgetreten sind, finden Sie hier

Arten in benachbarten Weinbergen und Weinbergsböschungen:

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Gefährdungsgrad Schutzstatus
Schöner Pippau Crepis pulchra 3  
Traubenhyazinthe Muscari neglectum   bes.
Dolden-Milchstern Ornithogalum umbellatum    

Bilder zu den Pflanzen, die in den benachbarten Weinbergen und Weinbergsböschungen aufgetreten sind, finden Sie hier

Arten im benachbarten Wald:

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Gefährdungsgrad Schutzstatus
Weißes Waldvöglein Cephalanthera damasonium   bes.
Kleinblütiger Fingerhut Digitalis lutea V bes.
Märzenbecher Leucojum vernum V bes.
Türkenbund Lilium martagon   bes.
Blauroter Steinsame Lithospermum coeruleo-purpureum    
Stattliches Knabenkraut Orchis mascula V bes.
Aufrechtes Glaskraut Parietaria officinalis 2  
Echte Schlüsselblume Primula veris V bes.

Bilder zu den Pflanzen aus dem benachbarten Wald finden Sie hier

Trockenmauer am Ölberg  (Dieter Kügele / BUND)