Knöterich-Bekämfung, ein Versuch im Schulbachtal

Der Japanische Staudenknöterich Fallopia japonica, auch Reynoutria japonica, zählt bei uns in Mitteleuropa zu den Neophyten, die als invasive Pflanzen unerwünscht sind.

Die Pflanze ist in China, Korea und Japan heimisch und wurde schon 1825 als Zier- und Viehfutterpflanze nach Europa gebracht. Speziell auch die Imkerschaft hat diese Pflanze weiterverbreitet, da sie im Frühherbst als exzellente Bienenweide gilt.

Für die Vermehrung spielt die Ausbreitung über Samen fast keine Rolle. In erster Linie dominiert die vegetative Vermehrung über Rhizome, die unterirdisch horizontal wachsen, dabei eine Reichweite von bis zu 20 Metern erreichen können und dann neue Triebe hervorbringen. Infolge seiner außergewöhnlichen Wuchskraft und seiner Robustheit ist der Japanische Knöterich für die heimischen Pflanzen eine große Bedrohung. 

Im Frühsommer 2017 entdeckte einer unserer Aktiven im Schulbachtal bei Bollschweil direkt am Weg ein Areal von ca. 20 – 30 m2 des Japanischen Knöterichs. Da es im Schulbachtal an keiner anderen Stelle einen Bewuchs mit dieser Pflanze gibt, muss dieses Vorkommen durch menschliches Handeln eingebracht worden sein. Wie sich später bei Grabarbeiten auch herausstellte, handelte es sich wohl um abgelagerten Bauschutt.

Unser Ziel ist es, dieses isolierte Gebiet wieder vom Japanischen Knöterich frei zu bekommen. In der Diskussion ergaben sich verschiedene Bekämpfungsstrategien. So haben wir das Areal in vier Flächen aufgeteilt; jede Fläche wird von einer Kleingruppe (zwei Personen) mit einer speziellen Methode unabhängig voneinender in eigener Zeiteinteilung bearbeitet.

Die Fläche 1 wurde/wird mit dem von uns so genannten „Rhizom-Digging“ bearbeitet. Dabei versuchen wir die Pflanzen inklusive ihrer tiefen und langen Wurzeln und Rhizome durch Ausgraben zu entfernen.

 

In die Fläche 2 wurden/werden nach Ausreißen des Japanischen Knöterichs Konkurrenzbepflanzungen ausgebracht, in diesem Fall Farne und Mädesüß, um der invasiven Pflanze Licht, Wasser und Mineralstoffe zu entziehen.

Bei der Fläche 3 kam/kommt Schlegeln und Zertreten zum Einsatz. Bei dieser Methode besteht die Absicht, nach dem ersten Schlegeln der Pflanzen, die immer wieder aufkommenden Triebe zu zertreten, um langfristig den Japanischen Knöterich maximal zu schädigen.

Bei der Fläche 4 wird die reine Mahd erprobt, mit dem Ziel, die Pflanze dauerhaft niederzuhalten und letztlich so zu schädigen, so dass den unterirdischen Trieben die Energiereserven genommen werden.

Das anfallende „infektiöse“ Pflanzenmaterial wird in schwarzen 120-Liter-Plastiksäcken in einem „Zwischenlager“ vor Ort deponiert. Nach dem Ende der Vegetationsperiode wird es in einen Steinbruch gebracht, der schon vom Knöterich erobert ist.

Nach einem ersten „Versuchsjahr“ zeigt sich vorläufig, dass die Methode „Rhizom-Digging“ sehr effektiv ist, aber durch das tiefe Graben einen enormen ersten Arbeitseinsatz verlangt, zudem werden dabei heimische Pflanzen mit geschädigt. Die Fläche 1 ist inzwischen weitgehend vom Knöterich befreit, zumal sich die Beschattung durch einen nahestehenden Baum ohnehin wachstumshemmend auswirkt.

Die Konkurrenzbepflanzung der Fläche 2 litt in diesem Jahr 2018 unter der großen Trockenheit. So war es dem Knöterich möglich, wieder stärker aufzukommen.

Die Methoden des Zertretens und der Mahd auf den Flächen 3 und 4 sind sehr arbeitsaufwendig, vier- bis sechswöchentliche Einsätze sind unerlässlich. Der Japanische Knöterich kann dadurch zwar klein gehalten werden, aber ohne Kontinuität bei der Bekämpfung würde er sich sofort wieder ausbreiten.

                                 

Unser Fazit: Ohne unermüdlichen Einsatz der Bekämpfungs-Teams ist dem Japanischen Knöterich nicht beizukommen. Es wird sich zeigen, ob unser Durchhaltewillen groß genug ist, um das Schulbachtal an dieser Stelle wieder „Knöterich-frei“ zu bekommen.



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