Das Naturschutzprojekt Ölberg

Wir bewahren Vielfalt 

Seit mehreren Jahrzehnten ist die naturschutzfachlich wie kulturhistorisch wertvolle Weinbergslage „Ehrenstetter Ölberg“ in der Vorbergzone des Schwarzwaldes im Fokus von Naturschützern. Schon Anfang der 1990er Jahre kaufte die Bezirksgruppe Schönberg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) brach liegende Flächen und nahm den Schutz des Lebensraummosaiks des von einer Rebflurbereinigung verschonten Kalkhügels in die Hand. Auf entschlossenes Betreiben dieser Initiative wurden große Teile des Ölberges 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Unterhaltung der BUND-eigenen Flächen übernahmen ehrenamtlich aktive Naturschützer in regelmäßigen Pflegeeinsätzen.

Der letzte Pflege-Einsatz am Ölberg fand am Freitag, 18. Oktober 2019 statt.

Ein weiterer Arbeitseinsatz muss noch am mittleren Ölberg auf der obersten Terrasse erfolgen. Termin wird noch  - kurzfristig - bekannt gegeben.

Hier ein Eindruck von der letzten Mähaktion auf der sog. Enzianwiese: 

 

   

 Das war 2018 mit der gleichen Mannschaft:

 Zwei Einsätze pro Jahr sind notwendig, um den hohen Wert des Landschaftsmosaiks zu erhalten, Trockenrasen vor der Verbuschung zu bewahren und Trockenmauern aus Kalkstein instandzuhalten. Flankiert werden die praktischen Arbeiten durch die faunistische und floristische Erforschung der Besonderheiten des Ölberges. In regelmäßigen Exkursionen wird der Ölberg Anwohnern und interessierten Naturfreunden nahe gebracht, werden die Schutzziele und -bedürfnisse im Bewusstsein der Bürger verankert


.

 Ziel ist die Erhaltung des ungewöhnlich vielfältigen Biotop-Mosaiks

am Ehrenstetter Ölberg nach der Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet (u.a. durch Kontakte mit den Naturschutzbehörden und der Forstverwaltung), daneben im Besonderen die Pflege der BUND-eigenen Flächen als Trockenrasen mit Gebüschsäumen und schließlich die wissenschaftliche Erforschung des Gebietes sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Propagierung von Naturschutzzielen durch Führungen und Publikationen.

 

  Die Umweltschützer bei der Arbeit ...

 

  ....und beim verdienten Vesper

 

Die BUND-Bezirksgruppe Schönberg
betreut das Gebiet und hat den Kauf der BUND-Flächen, die Unterschutzstellung des Ölberges, die Pflegemaßnahmen und die faunistischen und floristischen Untersuchungen angestoßen bzw. durchgeführt. Dabei gibt es eine Arbeitsteilung unter den Mitgliedern je nach individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten; so gehört der Gruppe beispielsweise ein Entomologe sowie ein selbständiger Forstunternehmer an, der über wichtiges Gerät zum Roden und zur Pflege von Flächen verfügt. Auf die Pflegetermine und auf die Bedeutung des Ölberges für Natur- und Artenschutz wird in den Veranstaltungsprogrammen der BUND-Gruppe regelmäßig hingewiesen.

 

   

Reben am Ölberg - im Hintergrund der Burgberg von Staufen

 

 Blick auf den Schwarzwald

 

Am Ölberg kommen sehr unterschiedliche, teilweise seltene Biotoptypen vor: traditionelle, kleinparzellierte Rebflächen mit Trockenmauern, Steintreppen und Gebüsch, naturnahe, teilweise alte und totholzreiche Wälder, Kalkfelsen mit Höhlen und Schutthalden sowie Gebüsche und Brachflächen. Durch naturschutzgerechte, überwiegend extensive oder fehlende Nutzung wird die Biodiversität erhalten bzw. gefördert. Auf den BUND-eigenen Flächen wird die ursprünglich dominierende Ruderalvegetation durch Pflegemaßnahmen in Richtung artenreicher Trockenrasen verschoben. Zur Ansiedelung des Wiedehopfes, der sich vom Kaiserstuhl her ausbreitet, wurden geeignete Nistkästen angebracht.

Dieser Artikel ist entnommen aus:
Weißbuch Naturschutz ohne Grenzen in der Oberrheinregion.

Methodenbuch für den Schutz der Natur im Nahbereich



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